Das Beispiel des Autors Xavier Le Clerc, der seinen ersten Roman unter seinem Geburtsnamen Hamid Aït-Taleb veröffentlichte, beweist, wie sich Familienbiographien über Kontinente hinweg entfalten und Autoren künstlerisch motivieren. Mehrsprachigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil Europas, ein Erbe kolonialer Expansion, das es positiv zu besetzen gilt. Xavier Le Clerc erzählt in seinem jüngst auf deutsch übersetzten Roman die Biografie seines kabylischen Vaters, die Schattenseiten seines Auswandererschicksal – in Frankreich geduldet, nicht anerkannt, und parallel dazu seinen eigenen Weg, teils in Konflikt mit dem wortkargen Vater, teils in Bewunderung seiner Disziplin.
Xavier Le Clerc wurde in der Kabylei (Algerien) geboren und wuchs in der Normandie, am Rande von Caen auf. Nach einem Studium der Soziologie und Literaturwissenschaften lebt er heute in Paris, wo er das Schreiben mit seiner Arbeit in der Modebranche verbindet. Unter seinem Geburtsnamen Hamid Aït-Taleb veröffentlichte er bereits mehrere Kurzgeschichten und einen ersten Roman. Seinen zweiten Roman, Cent vingt francs, in dem er an seinen Urgroßvater und dessen Tod in den Schützengräben des Elsaß erinnert, veröffentlichte er bereits unter dem Namen Xavier Le Clerc.
Die deutsche Version, Ein Mann ohne Titel, ist 2024 beim Merlin-Verlag erschienen.
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