Lesung und Begegnung mit dem Schriftsteller, Philosophen und Soziologen Dr. Sami Tchak:
2004 erlangte Tchak Bekanntheit mit seinem Roman 0Place des Fêtes0 (deutsch: Scheiß Leben, Zebu Verlag), der mit dem Grand Prix littéraire d’Afrique Noire ausgezeichnet wurde. Seither macht er sich durch einen ikonoklastischen Ton bemerkbar, der die Augen vor Tabus, Gewalt und Rassismus nicht verschliesst. Tchak sieht genau hin, und lässt soziale Ränder wie z.B Prostitution in Kuba als Überlebensstrategie in Romanen wiedererstehen. Nach Recherchen in Kuba, Mexiko und Kolumbien widmet er sich 2007 in "Le paradis des chiots" Lateinamerika - der Roman stellt extrem verrohte und zugleich herzzereissend hellsichtige Kinder einer Favella ins Zentrum der Handlung. Das Buch erhielt in Genf die Auszeichnung des Prix Ahmadou Kourouma, bennant nach dem ivorianischen Schriftsteller.
Sein neues Buch, 2021 bei JC Lattès erschienen, schafft anhand der fiktiven Person eines französischen Ethnologen, in Togos Dörfern unterwegs, einen Überblick über den "Mythos Afrika" aus weißer, europäischer Sicht. Tchak untersucht mit großem Wissen und Humor, was im Laufe der Zeit einem ganzen Kontinent von außen angedichtet wurde.
Sami Tchak ist erstmals in Karlsruhe zu Gast. Die Lesung veranstalten wir als Kooperationspartner des Projektes 0Stille Post0, des Literaturhaus Stuttgart & Institut Français Stuttgart. Gefördert wird es von der Dr. Karl Eisele & Elisabeth Eisele Stiftung.
Bilder: André Fontaine, Café Niaouli : ombrage, Togo. Quelle : gallica.bnf.fr / BnF / Sami Tchak, Foto : Francesco Montovani für Gallimard.