In "Antikörper" zeigt Melanie Dorfer Körper, die "gegen das Objekt" arbeiten. Eine Reihe an Werken, die Melanie Dorfer in der Cité internationale des arts in Paris, wo sie 2018 Resident war, entwickelt hat. Den Betrachtenden stehen Blattkörper gegenüber, deren Individualität und Leiblichkeit der Mutation des Standartformates eines Papiers entstammt. Dadurch wird eine Faltung in den Raum hinein präsentiert – eingefroren und zusammengepresst durch das Medium der Fotografie. Das klassische Porträt wird hier zur Substanz seines Bildseins komprimiert: das heißt die Identität des Bildkörpers, die Raum, Zeit und Farbe in eine je spezifische Individualität verschmilzt, heraus zu arbeiten. Die vertikale Ausrichtung, die dem Porträt stets eigen war, setzt sich in den vertikalen Screens fort, die wir tagtäglich handhaben. Das Sujet des vertikalen Formats ist Körperlichkeit. Eine Begegnung, die in den Werken von Melanie Dorfer, die Subjekt-Objekt Spaltung unterläuft.
Im Rahmen der Ausstellungsreihe "Retour de Paris" vom 13. März, und nach der Wiedereröffnung der Stiftung noch bis 30.Juni.
Vernissage: 12. März 2020 um 18 Uhr
Einführung: Manuel van der Veen
"Retour de Paris" ist ein Stipendiumprogramm des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
