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18. Januar 2026 22. Januar 2026
Ausstellung

bis Sonntag, 02. April 2023
Heidi Wood: Collections francophones

Plakatserie auf den Citylight-Säulen in ganz Karlsruhe. Eröffnung mit Fahrradtour und Präsentation der Künstlerin: 22. 03., 18h. Treffpunkt: CCFA, Karlstrasse 52-54. Tag und Nacht sichtbar.
Ausstellung
Eine stadtweite Plakatkampagne der Künstlerin Heidi Wood zur internationalen Woche der Frankophonie.

Kontext

Die internationale Woche der Frankophonie beginnt am 21. März – zeitgleich mit den stadtinternen Wochen gegen Rassismus. Gefeiert wird sie nicht nur in Frankreich, sondern vor allem in den französischsprachigen Ländern – einige davon ehemalige Kolonialgebiete, deren Geschichte von ökonomischer und sozialer Ausbeutung und hegemonialer Politik geprägt ist. Teil des postkolonialen Handelns und Denkens der ehemaligen, europäischen Kolonialmächte muss es sein, einzulenken und die Praxis eurozentristischer Dominanz nicht ins 21. Jahrhundert hineinzutragen. Dabei spielt die Rückgabe kolonialer Raubgüter aus reich bestückten Museen in Paris, Berlin und andernorts eine zentrale, symbolische Rolle. Zu diesem Thema tagt seit Jahresbeginn ein deutsch-französisches Expertenkomitee unter Leitung des Deutschen Museumsbundes, zu dem unter anderem die Staatlichen Museen zu Berlin, die Museen von Strassburg oder das Linden Museum in Stuttgart gehören. Frankreich hat die Erstattung von 26 Statuen aus französischen Sammlungen nach Benin zugesagt; das Deutsche Historische Museum hat "Cape Cross" bereits an Namibia erstattet, weitere Exponate sollen folgen.


Das Projekt
Mit dem Projekt "Collections francophones" der in Paris ansässigen Künstlerin Heidi Wood, möchte die Stiftung ein stadtweites, diskursives Umfeld zum Thema Restitution von außereuropäischen Kunstschätzen schaffen: Sind Museen und deren Sammlungen Orte rassistischer Praxis ? Werden deutschen Museen und unser europäisches Kulturerbe ärmer, wenn wir zurückgeben, was auf fragwürdige Weise bei uns gelandet ist? Wem gehören überhaupt Kulturschätze - dem Nationalstaat des jeweiligen Archäologen-Teams, das sie mit großem Aufwand freilegt und konserviert, oder lokalen Communities, die ihre eigene Geschichte daran aufarbeiten aber oftmals nicht für die geeignete Konservierung / Restaurierung sorgen können? Heidi Woods graphisch attraktiv gestaltete 5-er Plakatserie zeigt Exponate aus Sammlungen der französischsprachigen Welt: Kanada, die Schweiz, Belgien sowie natürlich Frankreich sind vertreten. Marokko fungiert in diesem westlich dominierten Narrativ als Gegenpol, frankophones "Protektorat", das ebenfalls wichtiger Kulturgüter beraubt wurde. Die Plakatserie entstand aus Materialsammlungen des fortlaufenden Projektes 0Museen der Welt0, in der die Künstlerin Exponate in Museen vor Ort zeichnet und anschließend graphisch mit schwarzem Klebeband abstrahiert. Die Verfremdung des konkreten Gegenstandes macht ihn zu einem universalen Stellvertreter der Geste des kollektiven 0Sammelns0 und "Aneignens", bricht aber zugleich mit dem Habitus kolonialer Permissivität.

Gemeinsam, seitens von Experten sowie in der europäischen Gesamtgesellschaft, muss ein neuer postkolonialer Narrativ für sensiblen Umgang mit ethnographischen Sammlungen und gerechter, musealer Konservierung erfunden werden.


© Heidi Wood

© CCFA 

Partner

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