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Ausstellung
Begegnung

Dienstag, 26. April 2022
Beyond Borders

Gesprächsrunde & Kunstprojekt zu deutsch-französischen Grenzen und zur rechtlichen Lage in Europa

Stiftung Forum Recht, Karlstraße 45A. Eintritt frei. Beginn: 19 Uhr.
Ausstellung
Begegnung
Zum Thema Grenzen in der Pandemie präsentieren wir eine Gesprächsrunde und darauf aufbauend, eine künstlerische Intervention im Stadtraum im Herbst 2022.

Zwei Stiftungen in der Baden-Württembergischen Grenzregion bündeln ihre Energien für ein Projekt, das – vor dem Hintergrund der Pandemie – Erfahrungen mit dem Wiedererwachen von Grenzen und der Frage nach Europas Perspektive reflektieren möchte:

Geschlossene Grenzen und mit Stacheldraht abgeriegelte (Rhein)brücken: Der Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 hat uns mit einer historisch nicht mehr denkbaren Situation konfrontiert: Grenzübertritt verboten, jeder bleibt bei sich zu Hause. Zusammen mit der Stiftung Forum Recht fragen wir danach, wie sich das Leben der Menschen in der Region seitdem verändert hat. Welche Grenzen wurden plötzlich wieder sicht- und erfahrbar? Welche Rolle spielten dabei rechtliche Faktoren? Und welche Konsequenzen ziehen Menschen in der Grenzregion aus dieser Zeit? Wie stehen sie zu transnationaler Solidarität, zu Freundschaft und zu einem Europa ohne Grenzen, das fragiler zu wirken scheint als je zuvor?

1. Dialog

In einer Gesprächsrunde mit Experten und Betroffenen reflektieren wir die historische Tragweite dieser Situation – für diese Stadt, für die Region, für Europa:

  • Jun.-Prof. Dr. Florian Weber, Lehrstuhl für Europastudien, Universität des Saarlandes
  • Dr. Carolyn Moser, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
  • René Richert & Matthias Ackermann, Bürgermeister und Initiatoren eines Manifests für deutsch-französische Solidarität
  • Dr. Heike Greczko, stellvertretende Direktorin der vhs Karlsruhe, Grenzgängerin
  • Lionel Clergue, Michelin Reifenwerke, Ingenieur & Grenzgänger
  • Moderation: Kolja Schwartz, Journalist, 1. Vorsitzender der Justizpressekonferenz e.V.

2. Künstlerische Intervention

Anknüpfend an die diskursiven Beiträge von Forschern und Augenzeugen, konzipieren der Künstler Yves Mettler (*1976, CH/DE) und der Designer Nicolas Couturier (FR) eine grenzübergreifende, künstlerische Intervention, sich aus europarechtlicher Sicht mit dem Thema (nationale) 0Grenzen0 befasst. Recherchen in der CURIA, der Datenbank des europäischen Gerichtshofs, liefern ein juristisches Abbild Europas anhand ausgewählter Urteile in transnationalen Angelegenheiten. Diese Urteile sind einerseits konkret, weil sie reale Personen, Unternehmen, Gemeinden betreffen und zeigen, wie die EU am Leben und den Handlungen der Bürger der Union teilnimmt; andererseits zeigen sie aber auch, dass die EU keine festgeschriebene Idee von Europa hat, sondern sich von Fall zu Fall positionieren muss, um ein Narrativ 0Europa0 zu erzeugen. Die europäische Idee als Gegenpol zur nationalstaatlichen Autorität ist auch in rechtlicher Perspektive heiß umkämpft.

Aus dem juristischen Material generieren Mettler und Couturier gemeinsam mit Studierenden des DSAA am Pôle supérieur du design Le Corbusier (Strassburg- Illkirch) visuelle Beiträge, die von 25. bis 29. Oktober 2022 im städtischen Kontext von Straßburg und Karlsruhe an öffentlichen Orten auftauchen und die BürgerInnen auf anschauliche Weise – direkt vor ihrer Haustüre – mit Europa in Kontakt bringen. Ziel des Projektes ist es, europäische, rechtliche Entscheidungen, die oft bürgerfern wirken, an die Orte und Menschen heranzutragen, die sie tatsächlich betreffen. Die künstlerische Bearbeitung des Materials 0Recht0 und dessen Präsentation im öffentlichen Raum – mittels Performance, Public Drawing, Plakaten – erzeugt ein öffentliches Forum en miniature, das wieder herstellt, was Corona und die Grenzschließungen uns weggenommen haben, nämlich eine kontaktfreudige, lebendige Öffentlichkeit.

Information zu den Künstlern:

Yves Mettlers (*1976, CH /DE) Praxis der künstlerischen Recherche widmet sich seit 20 Jahren der Sichtbarkeit und Sichtbarmachung von Europa im öffentlichen Stadtraum weltweit. Eine Vielfalt ästhetischer Formen entstand im Laufe der Zeit - Texte, Poster, fiktive Werbekampagnen, Mail art, Video, Performance, Installation. Letztere markiert mit langen 0Baustellenlatten0 die Plätze, die 0Europa0 im Namen tragen und oft unansehnlich sind. 2017 fand eine Intervention auf Karlsruhes Europaplatz, der Adresse der Stiftung CCFA Karlsruhe statt.

Nicolas Couturier (FR) ist Designer und Lehrbeauftragter, er lebt und arbeitet in Strassburg. Seine Arbeit umfasst visuelle Kommunikation, Editionen und Objekte, die in performativen Situationen zur Anwendung kommen. Seit 2008 entwickelt er mit dem pädagogischen Team des DSAA-Design (Masterstudiengang) am Pôle Supérieur de Design Le Corbusier (Strasbourg- Illkirch) durch die Gründung des InSituLab einen Unterricht, der Design in Einen territorialen, partizipativen Kontext setzt.

© Illustration: Johanna Benz

© Yves Mettler, 0Die Europaplätze in Hohenems0, 2021, Photo: Alexandra Serra.

© Nicolas Couturier , « La marche du bestiaire », 2015, Kollaboratives, territoriales Projekt mit Agence Touriste, Mathias Poisson ; Copyright : Nicolas Couturier

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